Wissen › Budget berechnen

Kurz gesagt: Rechne einfach: Netto-Einnahmen minus Fixkosten minus Sparrate ergibt dein frei verfügbares Budget. Erfasse zuerst alle regelmäßigen Kosten, lege unregelmäßige Ausgaben (Versicherungen, Reparaturen) auf den Monat um und ziehe die Sparrate direkt ab. Was übrig bleibt, kannst du im Monat frei ausgeben.

Monatliches Budget berechnen – was bleibt dir übrig?

Wie viel Geld bleibt dir am Monatsende wirklich? Eine einzige Rechnung gibt die Antwort – und sie ist einfacher, als du denkst.

  • Netto-Einnahmen zusammenzählen: Lohn nach Steuern, plus Kindergeld, Nebenverdienst oder Mieteinnahmen – alles, was tatsächlich aufs Konto kommt.
  • Fixkosten sauber erfassen: Miete, Strom, Versicherungen, Handy, Abos, Raten. Am einfachsten mit einem Blick auf die letzten drei Kontoauszüge.
  • Unregelmäßige Kosten auf den Monat umlegen: Jahresausgaben (Kfz-Versicherung, Urlaub, Weihnachten) zusammenrechnen und durch 12 teilen – so überrascht dich der Dezember nicht.
  • Sparrate abziehen, bevor du rechnest, was übrig ist – „Sparen zuerst“ statt „Sparen aus dem Rest“. Als Orientierung dienen die 20 % aus der 50/30/20-Regel.
  • Frei verfügbar = Netto − Fixkosten − Sparen. Das ist dein Spielraum für Wünsche und den Alltag.
50·30·20
Bedürfnisse · 50%
Wünsche · 30%
Sparen & Schulden · 20%
50/30/20 – eine einfache Aufteilung deines Netto-Einkommens.

Rechne selbst

50 % Bedürfnisse
30 % Wünsche
20 % Sparen & Schulden

Illustrativ, gerundet.

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Im Detail

Fixkosten sauber erfassen – und keine vergessen

Der häufigste Fehler beim Budget-Berechnen ist, Fixkosten aus dem Kopf zu schätzen – dabei fehlen fast immer die kleinen Dauerläufer: Streaming, Cloud-Speicher, Vereinsbeitrag, Zeitungs-Abo, die zweite Versicherung. Zuverlässiger ist der Blick auf die letzten drei Kontoauszüge: Jede wiederkehrende Abbuchung ist ein Fixkosten-Kandidat. Trenne dabei bewusst echte Fixkosten (gleicher Betrag jeden Monat) von variablen Kosten wie Lebensmitteln oder Tanken – die schwanken und gehören ins frei verfügbare Budget, nicht in die feste Rechnung. Ein realistischer Ausgangswert entsteht nur, wenn diese Liste vollständig ist; lieber einmal 20 Minuten investieren als jeden Monat mit einer geschönten Zahl planen.

Unregelmäßige Kosten glätten – der Trick mit ÷ 12

Budgets kippen selten am Alltag, sondern an den großen Einmalposten: Kfz-Versicherung im Januar, Urlaub im Sommer, Geschenke im Dezember, die Nebenkostennachzahlung. Diese Beträge fühlen sich „unvorhersehbar“ an, sind es aber nicht – sie kommen nur nicht jeden Monat. Rechne sie deshalb herunter: Beispiel – rund 1.800 € Jahreskosten für solche Posten ergeben 150 € pro Monat, die du fest zurücklegst. Wer das überspringt, finanziert die Spitzen schnell über den Dispo (im Schnitt rund 11 % Zinsen p. a.) und macht die Sparquote des Jahres zunichte. Diese monatliche Rücklage gehört als eigener Fixkosten-Posten in die Rechnung – getrennt vom Notgroschen, der für echte Notfälle reserviert bleibt.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Beispielzahlen, keine amtlichen Werte: Ein Single hat 2.400 € netto im Monat. Die Fixkosten – Warmmiete 900 €, Strom/Internet/Handy 120 €, Versicherungen 90 €, Abos 40 €, ÷12-Rücklage für Jahreskosten 150 € – summieren sich auf 1.300 €. Er zieht eine Sparrate von 360 € ab (das sind 15 % vom Netto). Übrig bleiben 2.400 − 1.300 − 360 = 740 € frei verfügbar für Lebensmittel, Freizeit und Wünsche. An der 50/30/20-Regel gemessen liegt er bei rund 54 % Bedarf, 31 % Wünsche und 15 % Sparen – nah dran, aber die Sparquote hat noch Luft. Genau solche Stellschrauben werden erst sichtbar, wenn die Rechnung schwarz auf weiß steht.

Quellen

Bildung, keine Beratung. Wie wir arbeiten und Zahlen prüfen: Redaktion. Angaben mit Stand 2026, zuletzt geprüft 04.07.2026.

Häufige Fragen

Wie berechne ich mein monatliches Budget?

Ganz einfach: Netto-Einnahmen minus Fixkosten minus Sparrate. Erfasse alle regelmäßigen Kosten, teile Jahresausgaben durch 12, ziehe deine Sparrate ab – was übrig bleibt, ist dein frei verfügbares Budget für den Monat.

Wie viel Geld bleibt mir im Monat übrig?

So viel, wie nach Fixkosten und Sparrate von deinem Netto übrig ist. Beispiel: 2.400 € netto − 1.300 € Fixkosten − 360 € Sparen = 740 € frei verfügbar. Ohne saubere Fixkosten-Liste unterschätzt man diese Zahl fast immer.

Was ist frei verfügbares Einkommen?

Das Geld, das dir nach allen festen Verpflichtungen und der Sparrate bleibt – also für Lebensmittel, Freizeit und Wünsche frei einsetzbar ist. Formel: Netto − Fixkosten − Sparen. Manche zählen auch die Sparrate mit dazu; sinnvoller ist es, sie vorher abzuziehen.

Zählt die Sparrate zu den Fixkosten?

Rechnerisch behandelst du sie am besten wie eine Fixausgabe: erst sparen, dann den Rest verplanen („Pay yourself first“). So bleibt Sparen keine Restgröße, die am Monatsende zufällig übrig ist – oder eben nicht.

Was mache ich mit unregelmäßigen Ausgaben?

Auf den Monat umlegen: alle Jahreskosten (Versicherungen, Urlaub, Reparaturen) zusammenrechnen und durch 12 teilen. Diesen Betrag legst du monatlich zurück, damit die großen Rechnungen dein Budget nicht aus dem Tritt bringen.

Was kann ich mir leisten?

Als grobe Orientierung dient die 50/30/20-Regel: rund 50 % deines Netto für Bedarf, 30 % für Wünsche, 20 % fürs Sparen. Was du dir dauerhaft leisten kannst, zeigt dein frei verfügbares Budget – nicht der aktuelle Kontostand.

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