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In wie vielen Jahren bist du finanziell frei?

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Ratgeber

Gut zu wissen

Warum deine Ausgaben die Zielzahl bestimmen

Der Rechner dreht die übliche Frage um: Nicht dein Einkommen entscheidet, wann du finanziell frei bist, sondern das, was du im Jahr ausgibst. Die Logik dahinter ist einfach. Sobald dein Vermögen groß genug ist, dass die jährlichen Entnahmen daraus deine Lebenshaltungskosten decken, bist du nicht mehr auf Arbeitseinkommen angewiesen. Deshalb rechnet das Tool nicht mit deinem Gehalt, sondern fragt nach deinen jährlichen Ausgaben und multipliziert sie mit einem Faktor. Angenommen, du gibst illustrativ 2.000 im Monat aus, also 24.000 im Jahr: Bei einem Faktor von 25 ergibt das eine Zielzahl von 600.000. Wer mehr verdient, aber genauso viel ausgibt, braucht exakt denselben Betrag. Das erklärt, warum zwei Menschen mit sehr unterschiedlichem Gehalt dieselbe Zahl sehen können. Die praktische Folge: Jede dauerhaft gesenkte Ausgabe senkt deine Zielzahl gleich um das 25-Fache mit.

Woher die 4-Prozent-Regel stammt

Der Faktor 25 ist das Spiegelbild einer Entnahmerate von 4 Prozent, denn 100 geteilt durch 4 ergibt 25. Die Idee geht auf US-amerikanische Auswertungen historischer Marktdaten zurück, die untersuchten, welcher Anteil eines Depots sich Jahr für Jahr entnehmen ließ, ohne dass das Geld über einen langen Ruhestand hinweg ausging. Das Ergebnis war eine Faustregel, kein Naturgesetz. Dahinter steckt: Man entnimmt im ersten Jahr diesen Prozentsatz und passt den Betrag danach an die Teuerung an, damit die Kaufkraft erhalten bleibt. Die Zahlen stammen aus bestimmten Märkten und Zeiträumen; andere Länder, andere Kosten und andere Marktphasen können abweichen. Der Rechner nutzt die Regel nur als groben Orientierungswert, mit dem sich Größenordnungen greifbar machen lassen. Wer vorsichtiger plant, arbeitet mit einer niedrigeren Rate und damit einem höheren Faktor, etwa 30 statt 25. Behandle die Zahl als Startpunkt fürs Nachdenken, nicht als Garantie.

Rendite-Reihenfolge als unterschätztes Risiko

Die Faustregel hat einen blinden Fleck, den der reine Multiplikator nicht zeigt: Es kommt nicht nur darauf an, wie hoch die durchschnittliche Rendite über viele Jahre ausfällt, sondern auch, in welcher Reihenfolge gute und schlechte Jahre kommen. Fällt ein starker Einbruch genau in die ersten Jahre nach dem Ausstieg, entnimmst du feste Beträge aus einem geschrumpften Depot und verkaufst dabei viele Anteile zu niedrigen Kursen. Diese Anteile fehlen später für die Erholung, selbst wenn der Markt danach kräftig steigt. Dasselbe Depot mit denselben Durchschnittsrenditen kann deshalb je nach Timing halten oder vorzeitig aufgezehrt werden. Genau davor warnt der Fachbegriff Sequence-of-Returns-Risiko. Der Rechner kann das nicht abbilden, weil er mit einer glatten Annahme arbeitet. Wer das Risiko ernst nimmt, plant oft einen Puffer ein, hält flexible Ausgaben bereit, die sich in schwachen Jahren kürzen lassen, oder rechnet mit einer niedrigeren Entnahmerate. Der teure Fehler ist, die Durchschnittszahl für sicher zu halten.

Sparquote schlägt die Renditejagd

Neben der Zielzahl schätzt das Tool, wie viele Jahre du bis dorthin brauchst, und hier zeigt sich der stärkste Hebel: deine Sparquote, also der Anteil deines Einkommens, der übrig bleibt. Sie wirkt doppelt. Ein niedrigerer Verbrauch senkt die Zielzahl und erhöht zugleich den Betrag, den du monatlich anlegst, sodass du das kleinere Ziel schneller erreichst. Ein Rechenbeispiel, rein illustrativ: Wer von 3.000 nur 300 spart, legt einen kleinen Betrag für ein großes Ziel zurück; wer 1.000 spart, halbiert fast die nötige Zeit, obwohl das Einkommen dasselbe ist. Viele jagen stattdessen der letzten halben Prozent Rendite hinterher und übersehen, dass eine höhere Sparquote in den ersten Jahren viel mehr bewegt und dabei in deiner Hand liegt, während Marktrenditen es nicht sind. Nutze die Jahreszahl als Sensitivitätstest: Ändere Ausgaben und Sparbetrag im Rechner und beobachte, welcher Regler die Zeit am deutlichsten verkürzt. Das ist Bildung, keine Empfehlung für deine Lage.

FAQ

Rund um FIRE & finanzielle Freiheit

Was bedeutet FIRE?

FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early“ – finanzielle Unabhängigkeit. Gemeint ist genug angelegtes Vermögen, um dauerhaft von den Erträgen zu leben, ohne auf Arbeitseinkommen angewiesen zu sein.

Wie wird die FI-Zahl berechnet?

FI-Zahl = jährliche Ausgaben geteilt durch die Entnahmerate. Bei der bekannten 4-%-Regel sind das die Jahresausgaben mal 25. Beispiel: 24.000 € Ausgaben im Jahr ergeben eine FI-Zahl von 600.000 €.

Welche Rendite ist realistisch?

Breit gestreute Aktien-ETFs haben langfristig oft 5 bis 7 % pro Jahr gebracht – allerdings schwankend und ohne Garantie. Rechne lieber konservativ und plane Puffer ein.

Werden meine Daten gespeichert oder übertragen?

Nein. Der FIRE-Rechner läuft komplett auf deinem Gerät – ohne Konto und ohne Cloud, und er sendet oder speichert deine Eingaben nicht. Er ist eine Orientierung und keine Finanzberatung.

Deine Daten bleiben bei dir. Punkt.

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