Vorsorge & Sparen in Österreich
In Österreich ruht die Altersvorsorge auf drei Säulen: der gesetzlichen Pension, der betrieblichen Vorsorge und dem, was du selbst zur Seite legst. Dieses Kapitel erklärt nüchtern, wie die Bausteine zusammenspielen – von den ASVG-Beiträgen über die Abfertigung neu bis zum Wertpapierdepot mit der Kapitalertragsteuer (KESt). Es ist eine Einordnung zum Verständnis, keine persönliche Finanzberatung.
- Verschaff dir einen Überblick über die erste Säule: Aus deinem Bruttolohn fließen Beiträge in die gesetzliche Pensionsversicherung (ASVG). Dein Pensionskonto sammelt jedes Jahr Gutschriften an.
- Schau dir die zweite Säule an: Bei Anstellungen seit 2003 zahlt dein Dienstgeber laufend in eine betriebliche Vorsorgekasse ein – das ist die Abfertigung neu.
- Baue die dritte Säule auf, wenn die ersten beiden nicht reichen: privat angespartes Vermögen, etwa über ein Wertpapierdepot mit breit gestreuten Fonds oder ETFs.
- Rechne bei privaten Veranlagungen die Steuer mit ein: Auf Kursgewinne und Dividenden fallen in Österreich grundsätzlich 27,5 % KESt an, die deine inländische Bank automatisch abführt.
Worauf es ankommt
Das österreichische Vorsorgesystem folgt dem Drei-Säulen-Modell. Die erste Säule ist die umlagefinanzierte gesetzliche Pension nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Während deines Erwerbslebens fließen 22,8 % deiner Beitragsgrundlage in die Pensionsversicherung – davon trägst du 10,25 %, dein Dienstgeber 12,55 %. Beiträge werden nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage von rund 6.930 € monatlich (2026) eingehoben; für Sonderzahlungen gilt eine eigene Jahresgrenze von rund 13.860 €. Jedes Jahr wird deinem Pensionskonto eine Gutschrift angerechnet (Kontoprozentsatz 1,78 % der Beitragsgrundlage). Die spätere Pension ergibt sich aus dem Gesamtguthaben, geteilt durch 14, weil die Pension 14-mal im Jahr ausgezahlt wird.
Die zweite Säule ist die betriebliche Vorsorge. Seit der Reform 2003 gilt für neue Dienstverhältnisse die Abfertigung neu: Dein Dienstgeber zahlt 1,53 % deines Bruttoentgelts (inklusive Sonderzahlungen) laufend in eine betriebliche Vorsorgekasse (BV-Kasse). Dieses Geld wird veranlagt und steht dir später zu – als Einmalbetrag oder als Rente. Für dich selbst entstehen daraus keine eigenen Beiträge.
Die dritte Säule ist die private Vorsorge. Dazu zählen die staatlich geförderte prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (mit einer Prämie von 4,25 % auf Einzahlungen bis rund 3.817 € pro Jahr, also höchstens etwa 162 € Förderung jährlich, Stand 2026) ebenso wie selbst gewählte Veranlagungen am Kapitalmarkt – etwa ein Wertpapierdepot mit Fonds oder ETFs. Hier kommt die Kapitalertragsteuer ins Spiel: Auf Dividenden und realisierte Kursgewinne aus Aktien, Fonds und ETFs fallen 27,5 % KESt an. Bei einem inländischen Depot behält die Bank die Steuer automatisch ein. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)