Wissen › Vorsorge & Sparen (Österreich)

Kurz gesagt: Die österreichische Altersvorsorge steht auf drei Säulen. Erste Säule: die gesetzliche Pension nach dem ASVG, finanziert über einen Beitragssatz von 22,8 % der Beitragsgrundlage (10,25 % zahlst du, 12,55 % dein Dienstgeber), gedeckelt durch die Höchstbeitragsgrundlage von rund 6.930 € pro Monat (2026). Zweite Säule: die Abfertigung neu – dein Dienstgeber überweist 1,53 % deines Bruttoentgelts in eine betriebliche Vorsorgekasse. Dritte Säule: private Vorsorge, etwa ein Wertpapierdepot. Auf Erträge daraus – Dividenden und Kursgewinne – fallen 27,5 % Kapitalertragsteuer an. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

Vorsorge & Sparen in Österreich

In Österreich ruht die Altersvorsorge auf drei Säulen: der gesetzlichen Pension, der betrieblichen Vorsorge und dem, was du selbst zur Seite legst. Dieses Kapitel erklärt nüchtern, wie die Bausteine zusammenspielen – von den ASVG-Beiträgen über die Abfertigung neu bis zum Wertpapierdepot mit der Kapitalertragsteuer (KESt). Es ist eine Einordnung zum Verständnis, keine persönliche Finanzberatung.

  • Verschaff dir einen Überblick über die erste Säule: Aus deinem Bruttolohn fließen Beiträge in die gesetzliche Pensionsversicherung (ASVG). Dein Pensionskonto sammelt jedes Jahr Gutschriften an.
  • Schau dir die zweite Säule an: Bei Anstellungen seit 2003 zahlt dein Dienstgeber laufend in eine betriebliche Vorsorgekasse ein – das ist die Abfertigung neu.
  • Baue die dritte Säule auf, wenn die ersten beiden nicht reichen: privat angespartes Vermögen, etwa über ein Wertpapierdepot mit breit gestreuten Fonds oder ETFs.
  • Rechne bei privaten Veranlagungen die Steuer mit ein: Auf Kursgewinne und Dividenden fallen in Österreich grundsätzlich 27,5 % KESt an, die deine inländische Bank automatisch abführt.

Worauf es ankommt

Das österreichische Vorsorgesystem folgt dem Drei-Säulen-Modell. Die erste Säule ist die umlagefinanzierte gesetzliche Pension nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Während deines Erwerbslebens fließen 22,8 % deiner Beitragsgrundlage in die Pensionsversicherung – davon trägst du 10,25 %, dein Dienstgeber 12,55 %. Beiträge werden nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage von rund 6.930 € monatlich (2026) eingehoben; für Sonderzahlungen gilt eine eigene Jahresgrenze von rund 13.860 €. Jedes Jahr wird deinem Pensionskonto eine Gutschrift angerechnet (Kontoprozentsatz 1,78 % der Beitragsgrundlage). Die spätere Pension ergibt sich aus dem Gesamtguthaben, geteilt durch 14, weil die Pension 14-mal im Jahr ausgezahlt wird. Die zweite Säule ist die betriebliche Vorsorge. Seit der Reform 2003 gilt für neue Dienstverhältnisse die Abfertigung neu: Dein Dienstgeber zahlt 1,53 % deines Bruttoentgelts (inklusive Sonderzahlungen) laufend in eine betriebliche Vorsorgekasse (BV-Kasse). Dieses Geld wird veranlagt und steht dir später zu – als Einmalbetrag oder als Rente. Für dich selbst entstehen daraus keine eigenen Beiträge. Die dritte Säule ist die private Vorsorge. Dazu zählen die staatlich geförderte prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (mit einer Prämie von 4,25 % auf Einzahlungen bis rund 3.817 € pro Jahr, also höchstens etwa 162 € Förderung jährlich, Stand 2026) ebenso wie selbst gewählte Veranlagungen am Kapitalmarkt – etwa ein Wertpapierdepot mit Fonds oder ETFs. Hier kommt die Kapitalertragsteuer ins Spiel: Auf Dividenden und realisierte Kursgewinne aus Aktien, Fonds und ETFs fallen 27,5 % KESt an. Bei einem inländischen Depot behält die Bank die Steuer automatisch ein. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

RechenbeispielBeispiel zur Steuer auf das Depot: Du verkaufst ETF-Anteile mit 10.000 € Kursgewinn. Darauf fallen 27,5 % KESt an, also 2.750 €. Es bleiben dir 7.250 € netto. Bei einer Dividende von 1.000 € ziehst du ebenfalls 27,5 % ab (275 €), netto bleiben 725 €. Zum Vergleich die erste Säule: Bei einer Beitragsgrundlage von 3.000 € im Monat fließen 22,8 % – also 684 € – in die Pensionsversicherung, davon trägst du als Dienstnehmer 10,25 % (307,50 €) und dein Dienstgeber 12,55 % (376,50 €). (Werte gerundet, Stand 2026.)
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Im Detail

Das Pensionskonto verstehen

Seit Einführung des Pensionskontos gibt es keine starre Höchstpension mehr. Stattdessen wird dir pro Jahr ein Prozentsatz (1,78 %) deiner Beitragsgrundlage gutgeschrieben und über die Jahre aufgewertet. Die monatliche Pension ergibt sich aus dem Gesamtguthaben geteilt durch 14. Den aktuellen Stand kannst du jederzeit online im Pensionskonto einsehen – ein guter Ausgangspunkt, um deine Lücke zur Wunschpension einzuschätzen.

Steuern und der Zinseszins im Depot

Die 27,5 % KESt fallen erst an, wenn Gewinne realisiert werden – also bei Verkauf oder Ausschüttung. Thesaurierende Fonds schütten zwar nicht aus, doch auch dort werden ausschüttungsgleiche Erträge laufend besteuert. Wer langfristig veranlagt, profitiert vom Zinseszinseffekt: Reinvestierte Erträge wachsen über Jahrzehnte stärker als die Steuerlast schmerzt. Mit dem Kontoo FIRE-Rechner kannst du diesen Effekt für dein eigenes Sparverhalten durchspielen.

Die drei Säulen sinnvoll kombinieren

Keine einzelne Säule muss alles tragen. Die gesetzliche Pension liefert das Fundament, die Abfertigung neu kommt ohne eigenen Beitrag dazu, und die private Vorsorge schließt die Lücke zum gewünschten Lebensstandard. Sinnvoll ist, zuerst den eigenen Anspruch aus Säule eins zu kennen, bevor man entscheidet, wie viel man privat zur Seite legt.

Checkliste

  • Ich weiß, dass die österreichische Vorsorge auf drei Säulen steht: gesetzliche Pension, betriebliche Vorsorge und private Vorsorge.
  • Ich kenne den ASVG-Pensionsbeitrag von 22,8 % (10,25 % Dienstnehmer, 12,55 % Dienstgeber) und die Höchstbeitragsgrundlage von rund 6.930 € pro Monat (2026).
  • Ich verstehe, dass mein Dienstgeber bei der Abfertigung neu 1,53 % meines Bruttoentgelts in eine betriebliche Vorsorgekasse einzahlt.
  • Ich weiß, dass auf Dividenden und Kursgewinne im Depot 27,5 % KESt anfallen und die inländische Bank diese automatisch abführt.

Häufige Irrtümer

Irrtum: Die gesetzliche Pension wird auf einem persönlichen Konto angespart und liegt dort wie auf einem Sparbuch.

Stimmt: Die erste Säule ist umlagefinanziert: Die heutigen Beiträge zahlen die heutigen Pensionen. Das Pensionskonto ist eine Gutschriftsrechnung deiner erworbenen Ansprüche, kein angespartes Geldguthaben. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

Irrtum: Bei einem österreichischen Depot muss ich Aktiengewinne selbst in der Steuererklärung angeben.

Stimmt: Bei einem inländischen, depotführenden Institut behält die Bank die 27,5 % KESt automatisch ein und führt sie ab. Die Steuer ist damit in der Regel abgegolten. Bei ausländischen Depots musst du dich dagegen selbst um die Versteuerung kümmern. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Kapitalertragsteuer auf mein Wertpapierdepot?

Auf Dividenden und Kursgewinne aus Aktien, Fonds und ETFs beträgt die KESt 27,5 %. Für Zinsen aus Sparbüchern und Girokonten gelten hingegen 25 %. Bei einem inländischen Depot zieht die Bank die Steuer automatisch ab und führt sie ans Finanzamt ab – du musst diese Erträge dann meist nicht extra in die Steuererklärung aufnehmen. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

Was ist die Abfertigung neu und muss ich dafür etwas zahlen?

Die Abfertigung neu betrifft alle Arbeitsverhältnisse, die nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben. Dein Dienstgeber zahlt laufend 1,53 % deines Bruttoentgelts in eine betriebliche Vorsorgekasse ein – für dich selbst fällt dafür kein Beitrag an. Das angesparte Guthaben kannst du später unter bestimmten Voraussetzungen auszahlen lassen oder als Pension beziehen. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

Reicht die gesetzliche Pension allein aus?

Das hängt stark von deiner Erwerbsbiografie und deinen Lebenshaltungskosten ab. Die gesetzliche Pension ist das Fundament, doch viele Menschen ergänzen sie über die zweite und dritte Säule, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Deinen konkreten Anspruch siehst du in deinem Pensionskonto. (Stand 2026, im Zweifel offizielle Quellen prüfen.)

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