Wissen › Taschengeld

Kurz gesagt: Taschengeld ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine Empfehlung. Kleine Kinder bekommen kleine Beträge wöchentlich in bar, ältere Kinder größere Beträge monatlich – gute Orientierung bieten die Taschengeldtabellen der Jugendämter. Wichtiger als die genaue Höhe ist: regelmäßig zahlen, das Kind frei entscheiden lassen und Taschengeld nie als Belohnung oder Strafe koppeln.

Taschengeld für Kinder: wie viel & ab wann? | Kontoo

Taschengeld ist die erste eigene Kasse deines Kindes – und die günstigste Gelegenheit, Umgang mit Geld zu üben, solange die Beträge klein sind. Es geht weniger um die Zahl als um die Haltung dahinter.

  • Regelmäßig und zuverlässig zahlen. Ein fester Tag (Freitag, Monatsanfang) macht Geld planbar. Nachfordern zu müssen, untergräbt den Lerneffekt.
  • Altersgerecht staffeln. Grobe Orientierung: kleine Kinder wenige Euro pro Woche in bar, Jugendliche einen größeren Betrag pro Monat. Konkrete Zahlen liefern die Taschengeldtabellen der Jugendämter – als Empfehlung, nicht als Vorschrift.
  • Bar bei kleinen Kindern, aufs Konto bei Jugendlichen. Münzen zum Anfassen machen Geld begreifbar; ab etwa der weiterführenden Schule hilft ein eigenes Girokonto mit Karte beim Überblick.
  • Das Kind entscheiden lassen – auch Fehlkäufe. Der leere Geldbeutel drei Tage vor dem nächsten Taschengeld ist die Lektion. Kaufst du sie weg, kaufst du das Lernen weg.
  • Nicht an Verhalten koppeln. Taschengeld ist kein Lohn für Noten oder gutes Benehmen und kein Druckmittel. Sonst wird jede Zuwendung zur Verhandlung.
  • Später ein „Budgetgeld“ dazunehmen. Bei älteren Jugendlichen übernimmt ein größerer Betrag Posten wie Kleidung oder Handy – so üben sie, über einen längeren Zeitraum zu planen.
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Im Detail

Warum es keine „richtige“ Zahl gibt

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Taschengeldpflicht und keinen amtlich festgelegten Betrag. Die bekannten Taschengeldtabellen stammen von Jugendämtern und Familienstellen und sind ausdrücklich Empfehlungen zur Orientierung. Sie unterscheiden sich je nach Quelle und Jahr und werden mit steigenden Preisen angepasst. Nimm sie deshalb als Startpunkt für ein Gespräch, nicht als feste Vorgabe. Was zu eurer Familie passt, hängt vom Einkommen der Eltern, vom Wohnort und davon ab, was das Kind aus dem Taschengeld bezahlen soll. Der Grundgedanke aller Tabellen ist gleich: kleine, häufige Beträge für kleine Kinder, größere und seltenere für Jugendliche.

Vom Bargeld zum Budget

Für jüngere Kinder ist Bargeld ideal, weil sie es anfassen, zählen und schwinden sehen können – ein abstraktes Konto begreift ein Sechsjähriger noch nicht. Der Zeitraum sollte kurz sein: Wer erst in vier Wochen wieder Geld bekommt, kann so lange kaum vorausplanen, deshalb passt eine wöchentliche Auszahlung besser. Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule verschiebt sich beides: monatliche Zahlung und ein eigenes Girokonto trainieren, über längere Strecken einzuteilen. Ein sinnvoller nächster Schritt ist das sogenannte Budgetgeld: Statt jede Jacke einzeln zu bezahlen, bekommt ein Jugendlicher einen festen Betrag, aus dem er Kleidung, Ausgehen oder das Handy selbst deckt. Das ist die realistischste Vorübung auf das spätere eigene Haushalten.

Die häufigsten Fehler

Der teuerste Fehler ist, Fehlkäufe zu verhindern. Wenn das ganze Geld am ersten Tag für Süßigkeiten draufgeht, ist die Enttäuschung danach die eigentliche Lektion – und sie kostet nur ein paar Euro statt später ein Dispo. Springst du dann mit Nachschlag ein, lernt das Kind, dass Geld immer irgendwoher kommt. Der zweite Fehler ist, Taschengeld an Noten, Hausarbeit oder Wohlverhalten zu knüpfen. Kleine Ämter im Haushalt gehören zum Zusammenleben und werden nicht bezahlt; wird Taschengeld zum Lohn oder zur Strafe, verhandelt ihr bald über jede Kleinigkeit. Der dritte Fehler ist Unregelmäßigkeit: Wer mal zahlt und mal vergisst, nimmt dem Kind die Möglichkeit zu planen – und Planen ist genau das, was es üben soll.

Quellen

Bildung, keine Beratung. Wie wir arbeiten und Zahlen prüfen: Redaktion. Angaben mit Stand 2026, zuletzt geprüft 04.07.2026.

Häufige Fragen

Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Betrag. Die Taschengeldtabellen der Jugendämter dienen als Orientierung: kleine Beträge wöchentlich für jüngere Kinder, größere monatlich für Jugendliche. Was passt, hängt von eurem Budget und davon ab, was das Kind selbst bezahlen soll.

Ab welchem Alter sollte man Taschengeld geben?

Meist ab dem Vorschul- oder frühen Grundschulalter, sobald ein Kind versteht, dass Geld gegen Dinge getauscht wird. Anfangs reichen kleine wöchentliche Beträge in bar.

Wöchentlich oder monatlich auszahlen?

Für kleine Kinder wöchentlich, weil sie kurze Zeiträume besser überblicken. Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule ist eine monatliche Auszahlung sinnvoll – sie übt das Einteilen über längere Zeit.

Soll man Taschengeld für gute Noten oder Hausarbeit zahlen?

Besser nicht. Taschengeld sollte unabhängig von Leistung und Verhalten fließen. Wird es zur Belohnung oder Strafe, wird jede Zuwendung zur Verhandlung. Kleine Aufgaben im Haushalt gehören zum Zusammenleben dazu.

Was tun, wenn das Kind alles sofort ausgibt?

Ausgeben lassen. Der leere Geldbeutel vor der nächsten Zahlung ist die günstigste Lektion überhaupt. Wenn du das Geld ersetzt, nimmst du den Lerneffekt weg. Nachschlag gibt es planmäßig, nicht auf Zuruf.

Was ist Budgetgeld?

Ein größerer, fester Betrag für ältere Jugendliche, aus dem sie bestimmte Posten selbst zahlen – etwa Kleidung oder Handy. So üben sie, über Wochen zu planen, bevor sie eigenes Geld verdienen.

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