Gesetzliche Rente in Deutschland: Renteneintritt und Rentenhöhe 2026
Die meisten Menschen in Deutschland fragen sich irgendwann: Wann darf ich in Rente, und wie viel Geld kommt am Ende im Monat heraus? Beides hängt vom Geburtsjahr und von den über das Arbeitsleben gesammelten Entgeltpunkten ab. Diese Seite erklärt ruhig und Schritt für Schritt, wie das System rechnet, mit den offiziellen Werten der Deutschen Rentenversicherung (Stand 2026). Sie ist eine Orientierung, keine Rechts- oder Finanzberatung.
In Deutschland liegt die Regelaltersgrenze für ab 1964 Geborene bei 67 Jahren, und das gesetzliche Rentenniveau beträgt rund 48 Prozent des Durchschnittslohns brutto.
| Renteneintrittsalter | 66,3 |
|---|---|
| System | Punktesystem |
| Rentenniveau (Vollkarriere) | 48 % |
| Ab-/Zuschlag pro Jahr | −3,6 % / +6 % |
Wie die gesetzliche Rente funktioniert
Deutschland nutzt ein Punktesystem: Für jedes Jahr, in dem Sie genau den Durchschnittslohn aller Versicherten verdienen, erhalten Sie einen Entgeltpunkt. Wer mehr verdient, sammelt mehr Punkte pro Jahr, wer weniger verdient, entsprechend weniger. Das Durchschnittsentgelt liegt 2026 vorläufig bei rund 51.944 Euro im Jahr. Die spätere Monatsrente ergibt sich aus der Summe aller Entgeltpunkte multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert. Das System ist umlagefinanziert: Die heutigen Beiträge zahlen die heutigen Renten. Rechtsgrundlage sind die Paragrafen 63 ff. und 77 SGB VI.
Ab wann Sie in Rente gehen können
Maßgeblich ist die Regelaltersgrenze, und die hängt vom Geburtsjahr ab. Für die Jahrgänge 1947 bis 1963 wurde sie schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Wer 1964 oder später geboren ist, erreicht die Regelaltersgrenze fest mit 67 Jahren (Paragraf 235 in Verbindung mit Paragraf 35 SGB VI). Beispiel: Jahrgang 1960 geht mit 66 Jahren und 4 Monaten, Jahrgang 1962 mit 66 Jahren und 8 Monaten, Jahrgang 1964 und jünger mit 67. Daneben gibt es Sonderwege wie die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre), die einen etwas früheren Start ohne Abschlag erlauben.
Wie sich die Rentenhöhe berechnet
Die Grundformel lautet: Monatsrente = Summe der Entgeltpunkte × aktueller Rentenwert (für die Standard-Altersrente mit Zugangsfaktor und Rentenartfaktor jeweils 1,0). Der aktuelle Rentenwert steigt zum 1. Juli 2026 auf 42,52 Euro je Entgeltpunkt (zuvor 40,79 Euro, eine Anpassung um 4,24 Prozent). Das gesetzlich gesicherte Rentenniveau liegt bei rund 48 Prozent: Ein sogenannter Eckrentner mit 45 Durchschnittsjahren erreicht etwa dieses Verhältnis zum Durchschnittslohn, brutto und vor Abzügen wie Kranken- und Pflegeversicherung. Eine beitragsbezogene Mindestrente gibt es nicht. Reicht die Rente nicht zum Leben, kann die Grundsicherung im Alter greifen, derzeit ein Regelsatz von rund 563 Euro plus angemessene Wohnkosten.
Früher oder später in Rente: Abschläge und Zuschläge
Wer vor der Regelaltersgrenze startet, muss meist Abschläge hinnehmen: 0,3 Prozent pro Monat des früheren Bezugs, also 3,6 Prozent pro Jahr, und das dauerhaft. Ein vorzeitiger Bezug ist je nach Rentenart bis zu vier Jahre früher möglich, was einen Abschlag von bis zu 14,4 Prozent bedeutet. Umgekehrt belohnt das System einen Aufschub: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeitet und keine Rente bezieht, erhält 0,5 Prozent Zuschlag pro Monat, also 6 Prozent pro Jahr, zusätzlich zu den weiter gesammelten Entgeltpunkten.
Rechenbeispiel
Rechenbeispiel (grobe Schätzung, keine verbindliche Auskunft): Angenommen, jemand verdient 45 Jahre lang ungefähr den Durchschnittslohn und sammelt damit rund 45 Entgeltpunkte. Mit dem ab Juli 2026 geltenden Rentenwert von 42,52 Euro ergibt das: 45 × 42,52 Euro = rund 1.913 Euro Bruttorente im Monat. Verdient jemand dauerhaft etwa 20 Prozent über dem Schnitt, kämen pro Jahr etwa 1,2 Punkte zusammen, in 45 Jahren also rund 54 Punkte und damit grob 2.296 Euro brutto. Von diesen Bruttowerten gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern ab. Die genaue Höhe steht erst in Ihrer persönlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.
Mit wie viel Jahren kann ich in Deutschland in Rente gehen?
Das hängt vom Geburtsjahr ab. Für ab 1964 Geborene liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren; ältere Jahrgänge gehen entsprechend etwas früher. Ein vorzeitiger Bezug ist je nach Rentenart bis zu vier Jahre früher möglich, dann allerdings mit dauerhaften Abschlägen von 3,6 Prozent pro Jahr.
Wie viel Rente bekomme ich nach 45 Jahren Arbeit?
Wer 45 Jahre lang etwa den Durchschnittslohn verdient hat, kommt auf rund 45 Entgeltpunkte. Mit dem Rentenwert von 42,52 Euro (ab Juli 2026) sind das grob 1.913 Euro Bruttorente im Monat. Wer mehr verdient hat, bekommt mehr, wer weniger verdient hat, weniger. Maßgeblich ist Ihre persönliche Renteninformation.
Gibt es in Deutschland eine Mindestrente?
Eine beitragsbezogene Mindestrente gibt es nicht: Die Höhe richtet sich allein nach den gesammelten Entgeltpunkten. Reicht das Einkommen im Alter nicht aus, kann die Grundsicherung im Alter beantragt werden, mit einem Regelsatz von derzeit rund 563 Euro plus angemessenen Wohnkosten.
Stand 2026. Allgemeine Bildung, keine Renten- oder Finanzberatung. Regeln und Sätze ändern sich – vor Entscheidungen Fachrat einholen.
Deine Daten bleiben bei dir. Punkt.
Kontoo erhebt, sieht und speichert keine deiner personenbezogenen Finanzdaten – kein Konto, keine Cloud, alles rechnet auf deinem Gerät. Die kostenlose Nutzung ist über Anzeigen (Google AdSense, nur mit deiner Einwilligung) finanziert; mit Kontoo Premium ist sie werbe- und trackingfrei.