Wissen › Minijob

Kurz gesagt: Ein Minijob in Deutschland ist 2026 auf 603 Euro Verdienst im Monat begrenzt (7.236 Euro im Jahr). Diese Grenze ist an den Mindestlohn gekoppelt und steigt mit ihm. Der Verdienst bleibt für dich steuer- und weitgehend sozialabgabenfrei, nur die Rentenversicherung zahlst du – mit Befreiungsmöglichkeit. Die alten Namen „520-Euro-“ oder „450-Euro-Job“ gelten nicht mehr.

Minijob 2026: Verdienstgrenze 603 Euro einfach erklärt

Der Minijob ist eine deutsche Sonderform der Beschäftigung: wenig Verdienst, dafür kaum Abgaben. Seit 2022 wächst die Grenze automatisch mit dem Mindestlohn – hier siehst du, was 2026 gilt und worauf du achtest.

  • Grenze 2026: 603 Euro im Monat. Das sind 7.236 Euro im Jahr. Diese Zahl ist amtlich (Minijob-Zentrale, Deutsche Rentenversicherung) und ersetzt die früheren Bezeichnungen „520-Euro-Job“ und „450-Euro-Job“.
  • Dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt. Seit Oktober 2022 folgt die Grenze der Formel Mindestlohn × 130 ÷ 3. Weil der Mindestlohn zum 1.1.2026 auf 13,90 Euro pro Stunde steigt, ergibt sich die 603-Euro-Grenze – 2027 voraussichtlich 633 Euro.
  • Steuer- und weitgehend abgabenfrei für dich. Auf deinen Minijob-Lohn zahlst du in der Regel keine Lohnsteuer und keine Beiträge zu Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Pauschalabgaben übernimmt der Arbeitgeber.
  • Rentenversicherung mit Wahlrecht. Ein Minijob ist rentenversicherungspflichtig; dein Eigenanteil ist klein. Du kannst dich davon befreien lassen – dann sammelst du aber keine vollen Rentenpunkte. Ob sich das lohnt, hängt von deiner Lage ab.
  • Jahresschnitt zählt, mehrere Jobs werden addiert. Über das Jahr darfst du die Grenze im Schnitt nicht überschreiten; gelegentliches, unvorhergesehenes Überschreiten ist möglich. Hast du mehrere Minijobs, werden die Verdienste zusammengerechnet.
  • Darüber beginnt der Midijob. Verdienst du regelmäßig mehr als 603 Euro, startet der Übergangsbereich (Midijob) bis 2.000 Euro mit reduzierten, langsam steigenden Sozialbeiträgen.
Trag deinen Minijob-Lohn als eigene Einnahme in Kontoo ein – so siehst du sofort, wie viel er wirklich zu deinem Haushalt beiträgt.

Im Detail

Warum die Grenze jedes Jahr wandern kann

Bis Oktober 2022 war die Minijob-Grenze ein fester Betrag, der politisch angepasst wurde – zuletzt 450 Euro, dann 520 Euro. Seitdem ist sie dynamisch: Sie ergibt sich rechnerisch aus dem gesetzlichen Mindestlohn nach der Formel Mindestlohn mal 130 geteilt durch drei. Der Gedanke dahinter: Ein Minijob soll rund zehn Wochenstunden zum Mindestlohn abbilden, ohne dass eine Lohnerhöhung sofort die Grenze sprengt. Weil der Mindestlohn zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro je Stunde steigt, liegt die Grenze 2026 bei genau 603 Euro im Monat, also 7.236 Euro im Jahr. Zum 1. Januar 2027 steigt sie voraussichtlich weiter auf 633 Euro. Merke dir deshalb weniger die Zahl als das Prinzip: Steigt der Mindestlohn, steigt auch dein möglicher Minijob-Verdienst.

Abgaben, Rente und das Kleingedruckte

Für dich als Beschäftigte oder Beschäftigten ist der Minijob attraktiv, weil er weitgehend abgabenfrei bleibt: keine Lohnsteuer, keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitgeber zahlt stattdessen Pauschalabgaben. Ein wichtiger Unterschied ist die Rentenversicherung: Der Minijob ist grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, dein eigener Beitragsanteil ist aber gering. Du kannst dich auf Antrag befreien lassen und hast dann etwas mehr netto in der Hand – sammelst dafür aber keine vollwertigen Rentenansprüche und keine Zeiten, die etwa für eine Erwerbsminderungsrente zählen. Bleibst du in der Versicherung, baust du kleine, aber echte Ansprüche auf. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht; das hängt von Alter, sonstiger Absicherung und Zielen ab.

Grenze überschreiten, mehrere Jobs und der Übergang zum Midijob

Entscheidend ist der Jahresdurchschnitt: Du darfst im Schnitt der zwölf Monate nicht über der Grenze liegen. Ein gelegentliches, unvorhersehbares Überschreiten – etwa durch eine Krankheitsvertretung – ist in engen Grenzen erlaubt, ein dauerhaft höherer Lohn nicht. Wichtig bei mehreren Jobs: Hast du mehr als einen Minijob, zählt die Minijob-Zentrale alle Verdienste zusammen; die Summe muss unter der Grenze bleiben, sonst rutschst du aus dem Minijob-Status. Wer regelmäßig mehr als 603 Euro verdient, landet im sogenannten Übergangsbereich, dem Midijob, der bis 2.000 Euro reicht. Dort zahlst du reduzierte, mit steigendem Lohn langsam anwachsende Sozialbeiträge und bist voll sozialversichert. Das ist kein Nachteil, sondern schlicht die nächste Stufe.

Quellen

Bildung, keine Beratung. Wie wir arbeiten und Zahlen prüfen: Redaktion. Angaben mit Stand 2026, zuletzt geprüft 04.07.2026.

Häufige Fragen

Wie viel darf ich 2026 im Minijob verdienen?

Im Jahr 2026 liegt die Minijob-Grenze bei 603 Euro im Monat, also 7.236 Euro im Jahr. Maßgeblich ist der Jahresdurchschnitt; einmaliges, unvorhergesehenes Überschreiten ist in engen Grenzen erlaubt.

Warum heißt es nicht mehr 520-Euro-Job?

Die feste Grenze wurde 2022 durch eine dynamische ersetzt, die an den Mindestlohn gekoppelt ist. „450-Euro-Job“ und „520-Euro-Job“ sind nur noch historische Namen früherer Beträge; aktuell gelten 603 Euro.

Muss ich meinen Minijob versteuern?

In der Regel nicht. Auf deinen Minijob-Lohn fällt für dich normalerweise keine Lohnsteuer an, weil der Arbeitgeber die Steuer pauschal übernimmt. Du musst den Verdienst dann meist auch nicht in der Steuererklärung angeben.

Zahle ich im Minijob in die Rente ein?

Ja, ein Minijob ist rentenversicherungspflichtig, dein Eigenanteil ist aber klein. Du kannst dich auf Antrag befreien lassen – dann hast du etwas mehr netto, sammelst aber keine vollen Rentenansprüche.

Darf ich mehrere Minijobs gleichzeitig haben?

Ja, aber die Verdienste werden zusammengerechnet. Übersteigt die Summe aller Minijobs die Grenze von 603 Euro im Monat, verlierst du den Minijob-Status und rutschst in die reguläre Sozialversicherung.

Was passiert, wenn ich mehr als 603 Euro verdiene?

Verdienst du dauerhaft mehr, beginnt der Übergangsbereich (Midijob) bis 2.000 Euro. Dort zahlst du reduzierte, mit dem Lohn steigende Sozialbeiträge und bist voll kranken-, pflege-, arbeitslosen- und rentenversichert.

Alle Lektionen · Glossar · Redaktion · Kontoo rechnet und erklärt – das ist allgemeine Bildung, keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

Deine Daten bleiben bei dir. Punkt.

Kontoo erhebt, sieht und speichert keine deiner personenbezogenen Finanzdaten – kein Konto, keine Cloud, alles rechnet auf deinem Gerät. Die kostenlose Nutzung ist über Anzeigen (Google AdSense, nur mit deiner Einwilligung) finanziert; eine werbe- und trackingfreie Premium-Variante ist geplant, aber noch nicht verfügbar.

Kein KontoKeine CloudFinanzdaten lokalWerbung nur mit Einwilligung